Was ist ein digitales Archiv?
Definition digitales Archiv
Ein digitales Archiv ist ein elektronisches System zur (Langzeit-) Speicherung, Organisation und Verwaltung von digitalen Dokumenten, Dateien oder Medien in Unternehmen oder Behörden. Im Gegensatz zu traditionellen Papierarchiven ermöglicht ein digitales Archiv das datenbankgestützte Archivieren von Informationen. Digital erzeugte Dokumente können zusammen mit digitalisierten Unterlagen an einem zentralen Speicherort abgelegt werden.
Digitale Archive fungieren als Informationssysteme, die sowohl den visuellen Aspekt eines Dokuments, wie etwa eine eingescannte Rechnung, als auch strukturierte Daten wie Rechnungsnummer und -datum enthalten. Diese Struktur ermöglicht die gezielte Suche durch Datenabfragen und verbessert die effiziente Verwaltung von Informationen.
Neben der elektronischen Aufbewahrung von Textdokumenten können auch Fotos, Videos, Pläne, Zeichnungen und historische Dokumente medienbruchfrei in einem digitalen Archivierungssystem gespeichert werden.
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Welche Vorteile bietet ein digitales Archivierungssystem?
Ob als digitales Archivierungssystem oder elektronisches Archiv, die Vorteile gegenüber der Papierablage sind dieselben.
Platzsparend: Sparen Sie bis zu 99% des Stauraums. Bis zu 400 Ordner lassen sich auf einer DVD speichern. Server oder Cloud bieten nahezu unbegrenzten Speicher.
Ortsunabhängig: Greifen Sie jederzeit und überall auf Ihre Dokumente zu. Besonders wertvoll für mobiles Arbeiten und Homeoffice.
Finden statt Suchen: Dank OCR, Indexierung und Volltextsuche finden Sie jeden Beleg in Sekunden. Schluss mit zeitaufwendigem Blättern in Akten.
Effizient verwalten: Minimieren Sie Durchlaufzeiten und optimieren Sie Prozesse. Prüfungen lassen sich einfach und ohne Papierstapel durchführen.
Sicher archivieren: Digitale Dokumente sind vor Feuer, Schimmel oder Verlust geschützt und erfüllen höchste Anforderungen an Datenschutz und Compliance.
Nachhaltig: Die ressourcenschonende Nutzung digitaler Archivierungssysteme spart enorme Mengen an Papier und reduziert den CO2-Fußabdruck.
Digitales Archiv: PDF-Archiv, Archivsoftware oder DMS?
Es gibt verschiedene Arten digitaler Archive, softwaregestützt oder nicht. Welche Art infrage kommt, hängt vor allem von der Zugriffshäufigkeit auf die archivierten Dokumente, ihrer Nutzung in Prozessen und den rechtlichen Anforderungen ab.
1. PDF-Archivierung ohne Software
PDF-Archiv
Ein PDF-Archiv benötigt keine spezielle Software. Vollindizierte PDF/A-Dateien werden in einer klaren Verzeichnisstruktur abgelegt, zum Beispiel nach Jahrgang, Abteilung oder Belegart. Über Metadaten und Volltextsuche finden Sie jedes Dokument schnell wieder.
Der Vorteil eines PDF-Archivs liegt vor allem in den geringeren laufenden Kosten gegenüber einem lizenzpflichtigen System. Es eignet sich besonders für ruhende, selten genutzte Bestände ohne täglichen Bearbeitungsbedarf.
Nachteil der PDF-Archivierung: Revisionssicherheit
Das PDF/A-Format allein macht ein Archiv noch nicht revisionssicher. Ohne zusätzliche Maßnahmen wie Schreibschutz, eingeschränkte Zugriffsrechte oder eine Zugriffsprotokollierung lässt sich eine Datei unbemerkt ersetzen oder löschen.
Diese Maßnahmen und eine passende Verfahrensdokumentation müssen Sie bei einem PDF-Archiv selbst festlegen, ein zertifiziertes Archivierungssystem übernimmt das automatisiert.
2. Digitales Archivsystem mit Software
Die Schwächen der reinen PDF-Archivierung bei der Revisionssicherheit lassen sich mit einer entsprechenden Software auflösen. Schreibschutz, Zugriffsprotokollierung und Verfahrensdokumentation laufen dann automatisiert statt manuell.
Ein digitales Archivierungssystem, auch Archivsoftware, Archiv-Tool oder Archivsystem genannt, übernimmt automatisiert, was beim PDF-Archiv manuell sichergestellt werden muss. Dokumente werden nach der Ablage schreibgeschützt oder mit Prüfsummen versehen, jeder Zugriff und jede Änderung werden protokolliert. Über Volltextsuche und Indizierung finden Sie jedes Dokument in Sekunden wieder.
Ein zertifiziertes Archivierungssystem ist in der Regel bereits GoBD-konform, Zugriffe und Speichervorgänge werden automatisch protokolliert, inklusive integrierter Verfahrensdokumentation, bei geringeren Kosten als eine umfassendere Softwarelösung.
Grenzen der Archivsoftware
Viele Archivsoftware-Lösungen sorgen für eine rechtssichere Ablage aufbewahrungspflichtiger Geschäftsdokumente, die Integration in interne Workflows, Freigabeprozesse oder die Anbindung an andere Softwarelösungen ist oftmals nicht gegeben. Reine Archivierungstools dienen in erster Linie der revisionssicheren Aufbewahrung von Geschäftsdokumenten.
3. Digitales Archiv mit DMS
Ein Dokumentenmanagement-System ist mehr als ein reines digitales Archiv. Es ist der zentrale Speicherpunkt für Ihre Dokumente, der sogenannte Single Point of Truth, von dem aus sich auch Workflows steuern lassen.
Statt Dokumente nur abzulegen, verbindet ein DMS sie mit den täglichen Abläufen in Ihrem Unternehmen und lässt sich zusätzlich mit anderen Softwarelösungen koppeln, etwa Enterprise-Resource-Planning-Systemen (ERP), Enterprise-Content-Management-Systemen oder Business-Intelligence-Lösungen.
Eingehende Rechnungen durchlaufen automatisch einen Freigabeprozess, bevor sie archiviert werden. Verträge lassen sich abteilungsübergreifend bearbeiten, ohne dass Versionen verloren gehen oder mehrere Kopien im Umlauf sind. Zugriffsrechte vergeben Sie pro Nutzer oder Abteilung, sodass jeder genau die Dokumente sieht, die er für seine Arbeit braucht.
Vorteile eines DMS als digitales Archiv
- Ganzheitlicher Lebenszyklus: Vom Eingang über die Bearbeitung bis zur revisionssicheren Archivierung läuft jedes Dokument in einem einzigen System.
- Granulare Zugriffsrechte: Jeder Nutzer oder jede Abteilung sieht genau die Dokumente, die für die eigene Arbeit relevant sind.
- Workflow-Automatisierung: Freigabeprozesse, Genehmigungen und Weiterleitungen laufen automatisch ab, ohne manuelle Zwischenschritte.
- Anbindung an bestehende Systeme: Schnittstellen zu ERP-, CRM- oder BI-Lösungen verbinden Ihre Dokumente direkt mit den übrigen Unternehmensprozessen.
- Versionierung: Alle Beteiligten arbeiten stets an der aktuellen Fassung eines Dokuments, ältere Versionen bleiben nachvollziehbar erhalten.
- Kürzere Durchlaufzeiten: Automatisierte Prozesse und der Wegfall manueller Weiterleitung verkürzen die Bearbeitungszeit spürbar.
- Skalierbarkeit: Ein DMS wächst mit steigenden Dokumentenmengen und zusätzlichen Nutzern mit, ohne dass die Struktur neu aufgebaut werden muss.
Ausführliche Informationen finden Sie auf der Seite Dokumentenmanagement.
KI im digitalen Archivierungssystem: Vom Speicherort zur Wissensdatenbank
Der Einsatz künstlicher Intelligenz spielt auch im Bereich der Archivierungssysteme eine treibende Rolle. Das digitale Archiv der Zukunft wird mehr sein als ein zentraler Speicherort für Daten und Dokumente, es wird zu einer umfassenden, befragbaren Wissensdatenbank.
Recherchen laufen dann im Dialog ab, und auch Zusammenhänge zwischen einzelnen Dokumenten und Vorgängen werden sichtbar.
Lesen Sie dazu auch den Artikel: KI im Wissensmanagement.
Sonderfall hybride Archivierung
Manche Unternehmen behalten einen Teil ihrer Unterlagen analog und archivieren den Rest digital, etwa nach Alter oder Nutzungshäufigkeit gestaffelt.
Als Digitalisierungsdienstleister raten wir davon in der Regel ab:
- Verlustrisiko: Papierunterlagen bleiben anfällig für Feuer, Wasser oder Beschädigung.
- Platzbedarf: Ein Teil der Lagerfläche bleibt dauerhaft belegt.
- Doppelter Aufwand: Zwei parallele Systeme, Papier und digital, müssen gepflegt werden.
- Halber Nutzen: Der zentrale Zugriff samt Suchfunktion, der Hauptvorteil eines digitalen Archivs, greift nur für den digitalisierten Teil.
Hinweis: Unabhängig von der gewählten Form bleiben einige Dokumente ausgenommen: Urkunden, Zollunterlagen und notarielle Verträge sowie notarielle Verträge oder Eröffnungsbilanzen müssen u.a. weiterhin im Original aufbewahrt werden und das ist häufig Papier.
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Zum KontaktformularRechtliche Anforderungen an Archivsysteme
Ein elektronisches Archiv unterliegt rechtlichen Anforderungen. Ihre Unterlagen müssen z.B. während der gesamten Aufbewahrungsfrist auffindbar und lesbar bleiben. Gleichzeitig dürfen sie nicht verändert werden und müssen vor unbefugtem Zugriff geschützt sein.
Welche Aufbewahrungsfristen für Ihre Dokumente gelten und wie eine GoBD-konforme Archivierung aussieht, erfahren Sie auf unseren Infoseiten dazu.
Erfahren Sie mehr zum Thema GoBD und Revisionssicherheit auf unserer Infoseite GoBD-konforme Archivierung.
Hier finden Sie genaue Informationen zu Aufbewahrungsfristen.
Dokumententrennung für elektronische Archivierungssysteme
Digitaler Aktenordner oder Einzeldokumente?
Unabhängig davon, ob Sie sich für ein PDF-Archiv, eine Archivierungssoftware oder ein DMS entscheiden, eine Frage stellt sich immer: Wie kleinteilig sollen Ihre Dokumente getrennt werden?
Aus unserer Erfahrung gibt es dafür drei gängige Ebenen:
1. Pro Ordner:
Ein kompletter Aktenordner wird als eine zusammenhängende PDF-Datei archiviert. Das reicht aus, wenn Sie den gesamten Vorgang nur gelegentlich einsehen müssen, aber nicht regelmäßig nach einzelnen Belegen darin suchen.
2. Pro Register/Trenner:
Pro Registerabschnitt wird eine PDF-Datei erstellt. Für die reine GoBD-konforme Aufbewahrung ist das in der Regel ausreichend und kostengünstiger als eine Trennung auf Einzeldokument-Ebene.
3. Pro Dokument/Vorgang:
Für jedes Dokument in einem Aktenordner wird eine eigene PDF-Datei erstellt. Diese Dokumententrennung ist dann besonders sinnvoll, wenn einzelne Dokumente in digitale Workflows eingebunden werden.
Ist Ihr Archiv optimal organisiert?
Jetzt Archivanalyse anfragen!Was kostet ein digitales Archiv?
Die Kosten für ein digitales Archiv hängen von mehreren Faktoren ab: der Menge Ihrer Unterlagen, dem Zustand der Dokumente, den gewünschten Formaten und davon, ob Sie eine Archivsoftware oder ein DMS einsetzen möchten.
Je nach Aktenbestand liegen die Kosten häufig bei einem Betrag ab 23 Euro pro Ordner. Eine genaue Einschätzung für Ihr Digitalisierungsprojekt erhalten Sie über unseren Preisrechner.
Ablauf
Beratung & Probescan
Unsere Fachkundigen Mitarbeiter beraten Sie bei der Überführung von analogen Unterlagen und Akten in ein digitales Archivsystem und finden gemeinsam mit Ihnen die optimale Lösung.
Gerne bieten wir Ihnen auch die kostenlose Probearchivierung eines Aktenordners pro Belegart oder eines Belegquerschnitts.
Aktentransport
Auf Wunsch (ab 100 Aktenordnern) holen wir Ihre gesamten Aktenbestände mit eigenem Personal bei Ihnen vor Ort ab.
Zwischenlagerung
In unserem Scanzentrum werden alle Akten genau erfasst und zunächst in unserem Sicherheitsaktenlager zwischengelagert.
Dokumentenaufbereitung
Alle Belege werden für einen reibungslosen Scanvorgang vorbereitet. Dafür werden beispielswese Heftungen und Tackernadeln entfernt und belege entsprechend vorsortiert.
Scan der Dokumente
Die Digitalisierung von Papierdokumenten erfolgt mit Hilfe hochwertiger Produktionsscanner. Wir scannen Unterlagen in nahezu allen Formaten (DIN A7 bis DIN A0) für Ihr digitales Archivsystem.
Digitale Datenerfassung
Nach der Erstellung der Bilddateien erfassen wir im Rahmen der Indexierung Schlagworte (Indizes) nach Ihren Vorgaben und können auf Wunsch Unterlagen nach Dokumententyp klassifizieren. Eine OCR führen wir standardmäßig immer durch.
Archivierung/Datenausgabe
Die Importdaten für Ihr digitales Archivsystem erstellen wir softwareunabhängig für alle gängigen Systeme. Häufig angefragte Dateiformate sind beispielsweise CSV, XLS, XML, JSO oder auch TXT.
Alle Daten werden für einen einfachen und sicheren Abruf auf dem Transferserver bereitgestellt.
Aktenvernichtung
Auf Wunsch übernehmen wir auch die Aktenvernichtung nach BDSG und DIN 66399.
Alternativ können Ihre Akten auch eingelagert oder zurückgeliefert werden.
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